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...um der Wahrheit und Wahrhaftigkeit willen

Aufruf der OB, Vorschläge für den Preis "Das unerschrockene Wort" zu unterbreiten
 

Liebe Hallenserinnen und Hallenser,

am 25. April 2009 wird in Zeitz zum siebenten Mal der Preis „Das unerschrockene Wort“ verliehen. Unsere Stadt gehört zu den 14 Lutherstädten, die aus höchster Achtung des Reformators Martin Luther alle zwei Jahre diesen Preis an Frauen und Männer vergibt, die „in Wort und Tat für die Gesellschaft, die Gemeinde, den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben“.

Weiter heißt es in der Präambel des Statuts: „In einem freiheitlichen demokratischen Gemeinwesen gehört das freie Wort zu den wichtigsten konstitutiven Elementen. Auch in einer Gesellschaft, in der die Meinungsfreiheit Verfassungsrang hat, gibt es vielerlei Gründe, Zwänge, Versuchungen und Hindernisse, die zu einer Einengung und damit letztlich zu einer Bedrohung der freien Meinungsäußerung führen können. Wenn aber Opportunitätsdenken, das Bemühen um Anpassung und Konformität und die Scheu vor vermeintlichen Autoritäten überhandnehmen, dann verkümmert der Mut, unüberhörbar das zu sagen, was möglicherweise unbequem ist, der vorherrschenden oder der obrigkeitlichen Meinung zuwiderläuft, aber um der Wahrheit und Wahrhaftigkeit willen ausgesprochen werden sollte“.

Der Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird in Würdigung des Auftrittes Luthers auf dem Reichstag zu Worms, bei dem er von kirchlicher und weltlicher Obrigkeit mit Acht und Bann belegt wurde, vergeben. Ganz im Sinne des Reformators, der seine Entscheidungen stets nach reiflichen Überlegungen traf, um sie danach mit großer Entschiedenheit zu vertreten, soll die Ehrung für „wegweisende, zukunftsgerichtete Überlegungen“ gewährt werden. Bisher wurden Prof. Dr. Richard Schröder (1996), Prof. Dr. Hans Küng (1999), Uta Leichsenring (2001), Gertraud Knoll (2003), Stephan Krawczyk (2005) und Emel Abidin-Algan (2007) mit dem Preis geehrt.

Auch heute und hier gibt es Persönlichkeiten, die sich gegen den Mainstream engagieren, aktive Frauen und Männer, die sich in unterschiedlicher Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Sie, liebe Hallenserinnen und Hallenser, sind solchen Menschen sicher schon begegnet.

Bis zum 15. September 2008 kann die Lutherstadt Halle eine Persönlichkeit für den Preis vorschlagen. Die Empfehlungen der einzelnen Städte werden dann am 15. November 2008 von einer Jury bewertet, und der Preisträger bzw. die Preisträgerin wird ausgewählt. Stimmberechtigt in der Jury sind die Oberbürgermeister der beteiligten Städte sowie sechs benannte Juroren.

Deshalb möchte ich Sie einladen, Ihre Anregung für einen würdigen Preisträger bis zum 4. August 2008 mit einer Begründung sowie biografischen und anderen Daten zur Person im Kulturbüro, Marktplatz 1, 06108 Halle, einzureichen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dank Ihres Engagements eine interessante Empfehlung der Stadt einbringen können und damit einen Beitrag zur Sicherung der umfassenden Meinungsfreiheit leisten.

In Erwartung Ihrer Vorschläge und Ideen verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen


Ihre

Dagmar Szabados
Oberbürgermeisterin

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