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Signet Standort Riebeckplatz Standort 1: Riebeckplatz - Was sind uns die Hochhäuser wert?

Riebeckplatz 1930er Jahre

Riebeckplatz Februar 1967

Riebeckplatz März 2006

Dreimal Riebeckplatz (Blick Richtung Altstadt):
30er Jahre, Februar 1967, März 2006

Der Ort

Der Riebeckplatz ist einer der größten innerstädtischen Verkehrsknoten in Deutschland und das wichtigste Eingangstor
zur Stadt. Er ist mit seinen beiden 22-geschossigen Punkthochhäusern der mächtige Höhepunkt der Magistrale, an der sich die Städtebauliche Moderne mit einer Kette von Punkthochhäusern entfaltet. Für das Großensemble zwischen Hauptbahnhof und Fußgängerzone Leipziger Straße wurde vor 40 Jahren nach dem Konzept von Richard Paulick ein ganzes Altstadtquartier beseitigt. Aber erst mit einem weiteren, 2006 fertig gestellten Totalumbau für 35 Millionen Euro ist der Stadt eine gute Verkehrsregelung für alle Verkehrsteilnehmer gelungen. Den Umbau löste ein großes Straßenbahnprojekt entlang der Magistrale aus, das Neustadt mit der Innenstadt verknüpft und inzwischen allseits anerkannt wird – gerade auch von den Neustädtern. Täglich kreuzen tausende Passanten und Radfahrer und bis zu 85.000 Fahrzeuge des Nah- und Fernverkehrs den Platz, dazu fahren die Straßenbahnen im Minutentakt.


Das Thema

Die greifbaren Vorzüge des Platzumbaus beschränkten sich bislang auf den Verkehrsknoten selbst. Die um 80 Prozent gesunkenen Unfallzahlen und die urbane Platzgestaltung sind ein großer Erfolg. Dennoch: die beiden Hochhäuser stehen komplett leer. Somit wird das Umfeld des Platzes als desolat eingeschätzt, es fehlt das „urbane Flair“. Steht ein weiterer Umbau an?

Die leeren Hochhäuser am Riebeckplatz stehen für Vieles: für den klassischen Konflikt zwischen städtebaulich Wünschenswertem und wirtschaftlich Realisierbarem, für Stadtsymbol und Doppelstadt. Sie stehen für die Kunst, die richtigen Prioritäten des Stadtumbaus zu setzen bei knappen Mitteln und schrumpfender Nachfrage. Und nicht zuletzt stehen sie für die Fähigkeit und Bereitschaft der Hauptakteure, bald zu einem Konsens zu finden.


Die Fragen

  • Welche Rolle soll der Riebeckplatz in der Stadt zukünftig übernehmen und welchen Rang haben dabei die Hochhäuser?
  • Wie realistisch ist eine Sanierung und Wiedernutzung der Hochhäuser bei stadtweitschrumpfender Nachfrage und hoher Verkehrsbelastung? Welche Opfer wären dafür zu erbringen?

Die leeren Hochhäuser am Riebeckplatz, 2008

Die leeren Hochhäuser am Riebeckplatz, 2008


Das IBA-Projekt

Der Ansatz der IBA Stadtumbau 2010 konzentriert sich auf den „Hochhaustisch Riebeckplatz“. Aufgabe des Tisches ist es, die Konsensfindung der Hauptakteure transparent zu machen und eine fundierte Entscheidung zur Zukunft der Hochhäuser vorzubereiten. Alle Optionen stehen dabei offen: Erhalt der Hochhäuser, Neubau von einem oder zwei Hochhäusern oder neue Lösungen ohne Hochhäuser. Der Entscheidungsbefugnis der Eigentümerin (Hallesche Wohnungsgesellschaft HWG) und der Stadt wird damit nicht vorgegriffen. Diskussionsgrundlage ist ein von der HWG im Jahre 2007 ausgelobter Hochbauwettbewerb zum Erhalt der Hochhäuser und dessen Weiterbearbeitung im Jahre 2008 einschließlich umfangreicher Kostenermittlungen und einer vertiefenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchung.

Der Hochhaustisch tagt am 27.08.08 im Dorint-Hotel. V.r.m.l.: P. Kramer, Prof. T. Sieverts und Dr. T. Pohlack (stehend), OB D. Szabados, Dr. F. BusmannDer Hochhaustisch tagte am 27.08.08 und am 26.03.09, jeweils mit Vertretern des Bauministeriums Sachsen-Anhalt, der Ratsfraktionen, der Verwaltungsspitze, der Geschäftsführung und des Aufsichtrates der HWG, des Architekturkreises Halle und der IBA-Koordinierung. Externe Moderatoren leiteten die Diskussion, unabhängige Experten für Statik,Brandschutz und Energieeinsparung wirkten mit. Wichtigstes Ergebnis der umfangreichen Untersuchungen:
Eine den heutigen technischen und rechtlichen Anforderungen genügende umfassende Sanierung führt zu extrem hohen Bau- und Betriebskosten bei ungünstiger Raumausnutzung. Die daraus resultierenden hohen Mieten sind nicht zu erwirtschaften.  Das Unternehmen wäre angewiesen auf einen hohen öffentlichen Zuschuss von über 6 Mio EUR pro Haus. Der Hochhaustisch empfahl deshalb mehrheitlich, auf den für viele wünschenswerten Erhalt der Hochhäuser zu verzichten. Realisierbare Neubaulösungen sollen mit hoher Priorität untersucht werden.

Der Stadtrat nahm dies zustimmend zur Kenntnis. Die Entscheidung, im Sommer 2010 mit dem Abbruch des nördlichen Hochhauses zu beginnen, hat eine kritische öffentliche Diskussion ausgelöst.


Zwei der am Hochhaustisch diskutierten Vorschläge: Links ein Hochhausumbau (Architekt Dudler, Berlin, 2007), rechts Hochhausneubau (Architekt Irmscher, Halle, 2009)
Zwei der am Hochhaustisch diskutierten Vorschläge:
Links ein Hochhausumbau (Architekt Dudler, Berlin, 2007),
rechts Hochhausneubau (Architekt Irmscher, Halle, 2009).



Freigabe der wieder hergestellten Treppe neben dem Riebeck-Hochhaus an der Leipziger Straße am 17.09.08 durch den Bauherrn (links, Dr. H. Wahlen, HWG) und den Anlieger (Dr. B. Thieme, Hotel Charlottenhof)
Eine im Herst 2008  neben dem Hochhaus wiederhergestellte wichtige Fußgängerverbindung zur Einkaufsstraße demonstriert die IBA-Strategie, trotz ungelöster „großer Fragen“ auch mit kleinen Projekten  Akzente zu setzen. (Vorn links Dr.Heinrich Wahlen, HWG; rechts Bertram Thieme, Direktor Dorint Hotel)

Weiterführende Links

Interner LinkInformationsseite Umbau Riebeckplatz 2005-2006
       mit einer Seite zur Historie des Riebeckplatzes

Aktuelles

Aktuelles unter News und Termine.

 

 
Logo IBA Stadtumbau 2010

Standort

Riebeckplatz
06112 Halle (Saale)

zum Stadtplan

Ansprechpartner

Projektbetreuung Stadt Halle
Michael Kettel
Telefonnummer: 0345 221-4881
Faxnummer: 0345 221-4851
eMail Adressemichael.kettel@halle.de

 

HWG
Dr. Heinrich Wahlen, Geschäftsführer
Telefonnummer: 0345 5272000
eMail Adressewahlen.h@hwgmbh.de

Christian Zeigermann
Telefonnummer: 0345 5271718
eMail Adressezeigermann.c@hwgmbh.de

Hochhauswettbewerb
Matthias Dreßler
Telefonnummer: 0345 2025303
Telefonnummer: 0176 10034496eMail Adressemail@dressler-architekten.de











 
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